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Tipps für den Unterricht

Innovativ unterrichten mit GeoGraSim

Szenarien für zeitgemäßen Unterricht in Geographie und wirtschaftlicher Bildung. Sechs Wege, wie Simulationen in die Stunde kommen, von der klassischen Vertiefung über das gemeinsame Arbeiten mit offenem Cockpit bis zum freiwilligen Üben in der Freizeit. Didaktisch begründet, mit Bildern aus der Anwendung und einer Planungshilfe für die erste Stunde.

Grundidee1 Klassisch plus Simulation2 Vom Schulbuch in die Simulation3 Lehrperson führt4 Am Beamer5 Gemeinsam mit offenem Cockpit6 Freiwillig und in der FreizeitKooperationsformenEine Stunde planenDidaktischer Hintergrund

Die Grundidee: Ein Modell, an dem man drehen darf

Jede GeoGraSim-Simulation ist ein vereinfachtes Modell eines geographischen Systems: eine Inselstadt im Klimawandel, ein Flussabschnitt mit Hochwasser, eine Küche, deren Zutaten um die Welt reisen. Die Kinder verändern Parameter, sehen die Folgen und müssen Entscheidungen begründen. Das ist der Kern von Systemkompetenz, wie sie der Lehrplan 2023 und die Bildungsstandards Geographie verlangen: Wirkungsketten erkennen, Zielkonflikte aushalten, Handlungsoptionen abwägen. Vier Grundsätze tragen alle Szenarien auf dieser Seite.

Handeln statt zuschauen

Wissen entsteht, wenn man etwas ausprobiert und die Folgen erlebt. Die Simulation liefert die Erfahrung, der Unterricht liefert die Einordnung.

Fehler sind Teil des Plans

Ein Blackout im Energiemanager oder ein Hochwasser im Flussmanagement ist kein Scheitern, sondern der Moment, in dem gelernt wird. Pause, Neustart und drei Stufen machen Fehler günstig.

Sehen, was gerade passiert

Das Cockpit zeigt live, wer woran arbeitet, wie es läuft und wer Hilfe braucht. Sie greifen ein, während es zählt, nicht erst bei der Korrektur.

Darüber reden

Die Simulation allein macht noch keinen Unterricht. Vergleich, Reflexion und das integrierte Schulbuch verbinden die Erfahrung mit Begriffen und Zusammenhängen.

1Klassischer Unterricht plus Simulation

Sie unterrichten ein Thema wie gewohnt: Einstieg, Erarbeitung, Sicherung. Dort, wo Selbsterfahrung und Modellieren weiterhelfen, kommt eine Simulation dazu. Entweder als freies Üben, bei dem die Kinder das Modul selbst erkunden, oder als Klassen-Aufgabe mit Stufe und Frist.

10 bis 25 MinutenEinzelarbeitEinstieg leicht
Wann passt es

Wenn ein Thema abstrakt bleibt, solange man es nur liest: Klimawandel und Küstenschutz, Energiemix, Hochwasserschutz, Welthandel. Die Simulation macht aus der Erklärung eine Erfahrung.

So läuft es
  1. Thema im Unterricht erarbeiten, Begriffe klären.
  2. Modul unter Module freigeben oder eine Klassen-Aufgabe erstellen.
  3. Kinder üben, Sie beobachten im Cockpit unter Ergebnisse › Aktuell.
  4. Kurze Runde zum Schluss: Was hat überrascht? Was würdet ihr anders machen?
Frei üben oder Aufgabe

Frei üben passt zum Kennenlernen und für Kinder, die von sich aus viel üben. Klassen-Aufgabe passt, wenn alle dasselbe Modul in derselben Stufe machen sollen und Sie sehen wollen, wer fertig ist. Als Hausübung mit Frist funktioniert sie genauso wie in der Stunde.

Beginnen Sie mit Stufe 1. Die Kinder wollen von selbst höher, und Sie sehen im Cockpit, wann die Klasse so weit ist.
Dialog Klassen-Aufgabe erstellen mit Modulwahl als App-Symbole, Stufe, Startzeit und Frist
Klassen-Aufgabe erstellen: Modul wählen, Stufe und Frist festlegen. Die Aufgabe erscheint bei allen Kindern ganz oben.

2Vom Schulbuch in die Simulation

Zu jeder Simulation gehört ein Kapitel im integrierten digitalen Schulbuch, in drei Fassungen: für Schüler*innen, in Leichter Sprache und mit Hinweisen für die Lehrperson. Sie bearbeiten dort ein Thema und setzen es dann in der Simulation um, gemeinsam als Klasse oder individuell in Einzelarbeit.

1 bis 2 StundenKlasse oder EinzelarbeitLehrplanbezug direkt sichtbar
So läuft es
  1. Kapitel gemeinsam lesen, Leitfrage festhalten. Fachbegriffe sind als Glossar-Tooltips hinterlegt.
  2. Aufträge aus dem Kapitel in der Simulation ausführen, zum Beispiel drei Maßnahmen gegen den Meeresspiegelanstieg testen.
  3. Ergebnisse ins Heft oder in die Reflexion am Ende des Durchgangs schreiben.
  4. Rückweg ins Buch: Was erklärt das Kapitel, was die Simulation gezeigt hat?
Warum das wirkt

Text und Simulation ergänzen sich: Das Buch liefert Begriffe und Zusammenhänge, die Simulation liefert die Erfahrung dazu. Wer zuerst liest und dann handelt, versteht das Modell schneller. Wer zuerst handelt und dann liest, hat Fragen, die das Buch beantwortet. Beides ist richtig, wichtig ist der Wechsel.

Die Fassung in Leichter Sprache eignet sich für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache und als Zusammenfassung für alle.
Kapitel Was die Welt isst im digitalen Schulbuch mit Leitfrage, Bild und Fassungen für Schüler*innen, Leichte Sprache und Lehrperson
Das Schulbuchkapitel zur Weltküche. Oben rechts die drei Fassungen, im Text Glossar-Begriffe mit Erklärung.

3Die Lehrperson führt durch die Simulation

Sie besprechen die Inhalte direkt in der Simulation und bringen das Fachwissen aus dem digitalen oder dem klassischen Schulbuch dazu. Die Kinder arbeiten mit: Sie stellen gemeinsam bestimmte Parameter ein, arbeiten bestimmte Schritte durch und begründen jede Entscheidung.

20 bis 40 MinutenKlassengesprächVorbereitung: Modul selbst durchgearbeitet
So läuft es
  1. Sie öffnen die Simulation und erklären das Modell: Was kann man einstellen, was zeigt es an?
  2. Eine Frage aus dem Schulbuch wird zur Aufgabe: „Wie viel CO₂ müssen wir bis 2100 einsparen, damit die Küste hält?"
  3. Die Klasse schlägt Einstellungen vor, Sie oder ein Kind setzen sie um, alle beobachten die Folgen.
  4. Die Kinder wiederholen den Schritt an ihrem Gerät mit eigenen Werten.
Worauf es ankommt

Die Führung durch die Lehrperson ist keine Frontalstunde, sondern ein gemeinsames Modellieren. Sie geben die Struktur vor, die Klasse liefert Hypothesen. Das nimmt gerade schwächeren Kindern die Angst vor dem Modul und zeigt allen, wie man systematisch vorgeht.

Die Kapitelfassung „Lehrperson" im Schulbuch enthält zu jedem Modul Hintergrund, typische Fehlvorstellungen und Impulsfragen.
Startbildschirm des Klimawächters mit der Wahl der Stufe Lernen, Üben oder Profi
Klimawächter: Drei Stufen mit unterschiedlich viel Budget und Folgen. Für das gemeinsame Modellieren eignet sich Stufe 1.

4Am Beamer, im Klassengespräch

Manche Simulationen kann man einfach vorne am Beamer durcharbeiten und mit den Kindern besprechen. Die Weltküche ist dafür ideal: Gericht auswählen, Zutaten und Herkunft besprechen, gemeinsam die Lösung eintragen. Weil die meisten Simulationen einen Pause-Knopf haben, geht das auch bei zeitkritischen Modulen wie Heli-Navigation oder Busfahrt.

10 bis 30 MinutenKlasse, ein GerätKein Gerät pro Kind nötig
So läuft es
  1. Simulation am Beamer starten, Kinder sitzen ohne Gerät.
  2. Jeden Schritt als Frage an die Klasse: „Woher kommt die Tomate?", „Welche Route ist schneller?"
  3. Bei Zeitdruck: Pause drücken, besprechen, weiter.
  4. Ein Kind bedient, die anderen beraten. Wechsel nach jeder Runde.
Wann passt es

Zum Einstieg in ein neues Modul, wenn die Geräte fehlen, oder als Abschlussrunde, in der die Klasse ein Ergebnis gemeinsam verteidigen muss. Am Beamer entstehen die besten Diskussionen, weil alle dasselbe sehen und niemand allein vor einem Fehler steht.

Der Vorlese-Modus vieler Simulationen liest Meldungen vor. Am Beamer hilft das, wenn nicht alle mitlesen können.
Startbildschirm der Weltküche mit der Frage Woher kommt mein Essen
Weltküche: 30 Gerichte aus aller Welt mit Zutaten, Rezept und Klima-Fußabdruck. Am Beamer ein Klassengespräch.

5Gemeinsam arbeiten, Cockpit offen

Unsere Empfehlung. Bei Ihnen ist das Cockpit offen, bei den Kindern die Simulation. Sie arbeiten gemeinsam am selben Modul, lassen bestimmte Arbeitsphasen frei und zeigen danach die Ergebnisse der Klasse, vergleichen sie und sprechen darüber. Das Cockpit macht sichtbar, was sonst verborgen bleibt: wer gerade wo steht, wer feststeckt, wer fertig ist.

1 StundeKlasse, Gerät pro Kind oder pro PaarHöchster Lerngewinn
So läuft es
  1. Einstieg (5 min): Ziel der Stunde und das Modul am Beamer, Klassen-Aufgabe ist erstellt.
  2. Freie Arbeitsphase (15 min): Die Kinder arbeiten, Sie beobachten unter Ergebnisse › Aktuell. Wer feststeckt, bekommt Hilfe, ohne dass die anderen warten.
  3. Zwischenstopp (5 min): Ein oder zwei Ergebnisse am Beamer zeigen. Was war der Unterschied?
  4. Zweite Arbeitsphase (15 min): Mit dem neuen Wissen weiter, gerne eine Stufe höher.
  5. Vergleich und Reflexion (10 min): Klassenvergleich unter Ergebnisse › Fortschritt, jedes Kind schreibt am Ende des Durchgangs eine kurze Reflexion.
Was Sie im Cockpit sehen
  • Aktuell: jedes Kind mit Modul, Zustand und Leistung, im Vier-Sekunden-Takt.
  • Tages-Übersicht: alle Durchgänge des Tages als Zeitleiste, Farbe zeigt den Erfolg.
  • Empfehlungen: Fördern, Begleiten, Fordern. Wer braucht Sie jetzt?
  • Fortschritt und Gesamt: Klassenvergleich und alle Ergebnisse nach Modul und Zeitraum.
Zeigen Sie auch ein misslungenes Ergebnis, mit Einverständnis des Kindes oder anonym. Die Klasse lernt an der Frage „Was ist hier passiert?" mehr als am perfekten Lauf.
Lehrer-Cockpit mit Tages-Übersicht, Empfehlungen, Klassenschnitt, laufender Aufgabe und Modulen
Das Cockpit während der Stunde: Tages-Übersicht, Empfehlungen und der Stand der laufenden Aufgabe auf einen Blick.
Ergebnisse Gesamt: alle Durchgänge der Klasse nach Modul mit Erfolg und aktiver Zeit
Ergebnisse › Gesamt: Wer hat was wie gut gemacht? Grundlage für den Vergleich am Ende der Stunde.

6Freiwillig und in der Freizeit

Viele Kinder haben schlicht Freude an den Simulationen und wollen nach der Stunde weitermachen. Das darf sein. Mit Benutzername und PIN können sich die Kinder auch zu Hause anmelden und in den freigegebenen Modulen üben, eine Stufe höher gehen oder ein neues Abzeichen holen. Den Klassencode brauchen sie nur einmal, bei der ersten Anmeldung. Sie müssen dafür nichts tun, sehen es aber im Cockpit: unter Ergebnisse › Gesamt und in der Tages-Übersicht, mit Uhrzeit.

zu Hause, in der Pause, in der NachmittagsbetreuungfreiwilligKein Aufwand für die Lehrperson
So läuft es
  1. Module, die die Kinder frei üben dürfen, unter Module freigeben. Was gesperrt ist, bleibt gesperrt, auch zu Hause.
  2. Den Kindern sagen, dass sie dürfen, und dass es keine Pflicht ist. Kein Auftrag, keine Frist.
  3. Ab und zu in der Stunde aufgreifen: „Wer hat den Klimawächter auf Stufe 3 geschafft?"
  4. Wer zu Hause viel übt, taucht unter Empfehlungen bei „Fordern" auf. Das ist der Moment für eine schwierigere Aufgabe.
Warum das wirkt

Freiwilliges Üben ist die stärkste Form von Motivation: Die Kinder entscheiden selbst, was und wie lange. Die Abzeichen und die drei Stufen geben Ziele, ohne dass jemand kontrolliert. Und weil die Simulationen ein Modell sind, ohne Endgegner und Punktejagd, üben die Kinder nebenbei genau das, was im Unterricht zählt: Zusammenhänge erkennen und Entscheidungen begründen.

Vergleichen Sie Freizeit-Ergebnisse nicht öffentlich mit denen aus der Stunde. Wer zu Hause kein Gerät hat, soll dadurch keinen Nachteil spüren. Im Cockpit sehen Sie die Uhrzeit jedes Durchgangs und können das berücksichtigen.
Schüler-Cockpit, Reiter Erfolge mit Abzeichen und Sternen je Modul
Erfolge im Schüler-Cockpit: Abzeichen und Sterne je Modul. Für viele Kinder Grund genug, freiwillig weiterzumachen.

Kooperationsformen

Simulationen laden zur Zusammenarbeit ein, weil jede Entscheidung diskutierbar ist. Vier Formen, die sich im Unterricht bewährt haben:

Zwei an einem Gerät

Ein Kind bedient, eines berät und protokolliert. Nach jeder Runde wird gewechselt. Zwingt zum Aussprechen von Begründungen und halbiert den Gerätebedarf.

Zwei an einem Problem

Beide haben ein Gerät und dieselbe Aufgabe, dürfen aber reden. Am Ende vergleichen sie ihre Wege: Wer war sparsamer, wer schneller, warum?

Expert*innen-Gruppen

Gruppen bearbeiten verschiedene Module oder Stufen zum selben Thema, etwa Energiemanager und Energiemix, und stellen sich gegenseitig vor, was sie gelernt haben.

Klassenrunde am Beamer

Nach der Einzelarbeit zeigt die Klasse ein Ergebnis gemeinsam und verteidigt es. Das Cockpit liefert die Kandidaten, die Kinder die Argumente.

Im Cockpit sehen Sie bei Partnerarbeit an einem Gerät nur das angemeldete Kind. Lassen Sie die Paare abwechselnd anmelden oder tragen Sie die Paare in der Reflexion ein.

Eine Stunde planen

VorherModul selbst einmal durcharbeiten. Klassencode an neue Kinder geben. Modul unter Module freigeben oder Klassen-Aufgabe erstellen. Schulbuchkapitel überfliegen, Leitfrage notieren.
EinstiegFünf Minuten: Leitfrage, Modell am Beamer zeigen, Ziel der Stunde. Nicht die Bedienung erklären, die Kinder finden sie schneller als Sie.
ArbeitsphaseZwanzig bis dreißig Minuten. Cockpit offen unter Ergebnisse › Aktuell. Eingreifen nur bei „Fördern" und bei Kindern, die lange nicht weiterkommen.
VergleichZehn Minuten: Zwei bis drei Ergebnisse am Beamer, gute wie schwierige. Frage an die Klasse: Was hat den Unterschied gemacht?
ReflexionFünf Minuten: Jedes Kind schreibt am Ende des Durchgangs, was es gelernt hat. Die Reflexionen stehen im Schülerprofil und in Ihren Ergebnissen.
NachherEmpfehlungen ansehen: Wer braucht in der nächsten Stunde Hilfe, wer eine höhere Stufe? Bei Bedarf Hausübung als Klassen-Aufgabe mit Frist.
Vier Module sind dauerhaft kostenlos, alle anderen zwei Wochen zum Testen. Für die erste Stunde brauchen Sie keine Lizenz.
Schüler-Cockpit mit den freigegebenen Modulen, jeweils mit Starten, Infos, Glossar und Schulbuch
Was die Kinder sehen: die freigegebenen Module mit Start, Infos, Glossar und Schulbuch. Eine Klassen-Aufgabe erscheint hier ganz oben.

Didaktischer Hintergrund

Lernen mit Simulationen

Computersimulationen fördern das Verständnis von Systemen dann, wenn sie in einen Unterricht mit klarer Struktur eingebettet sind. Die Forschung ist hier eindeutig: Entdeckendes Lernen ohne Anleitung überfordert (Kirschner, Sweller & Clark 2006), Simulationen mit Aufgabenstellung, Zwischenstopps und Nachbesprechung erzielen dagegen deutliche Lerngewinne (de Jong & van Joolingen 1998; Rutten, van Joolingen & van der Veen 2012). Aktuelle Arbeiten empfehlen die Verbindung von forschendem Lernen und direkter Instruktion (de Jong et al. 2023). Genau das leisten die Szenarien 3 und 5.

Erfahrung, Reflexion, Begriff

Nach Kolb (1984) entsteht Lernen im Kreislauf aus konkreter Erfahrung, Beobachtung, Begriffsbildung und neuem Ausprobieren. Die Simulation liefert Erfahrung und Beobachtung, das Schulbuch und das Klassengespräch die Begriffe, die nächste Stufe das erneute Ausprobieren. Ohne Reflexionsphase bleibt es beim Ausprobieren.

Systemkompetenz im Fach

Der Lehrplan 2023 für Geographie und wirtschaftliche Bildung stellt Zusammenhänge zwischen Natur, Gesellschaft und Wirtschaft ins Zentrum (BMBWF 2023), die Bildungsstandards Geographie fordern den Umgang mit Modellen und Systemen (DGfG 2020). Systemkompetenz lässt sich in Stufen beschreiben, vom Erkennen einzelner Elemente bis zum Abwägen von Eingriffen (Mehren et al. 2018). Die drei Stufen der Simulationen folgen diesem Aufbau.

Feedback, während es zählt

Formatives Feedback wirkt am stärksten, wenn es während des Lernens kommt und sich auf die Aufgabe bezieht (Black & Wiliam 1998; Hattie 2023; Wiliam 2011). Das Cockpit verlagert die Rückmeldung von der Korrektur danach in die Stunde selbst. Die Empfehlungen (Fördern, Begleiten, Fordern) sind nichts anderes als eine Sortierhilfe dafür, wo Ihre Zeit gerade am meisten bringt.

Zusammenarbeit und Motivation

Kooperatives Lernen wirkt, wenn die Aufgabe echte gegenseitige Abhängigkeit schafft (Johnson & Johnson 1999). Zwei Kinder an einem Gerät, die Entscheidungen begründen müssen, erfüllen das. Die freie Wahl der Stufe, das Erleben eigener Wirksamkeit und die Zusammenarbeit sprechen die drei Grundbedürfnisse an, die Motivation tragen: Autonomie, Kompetenz und Zugehörigkeit (Ryan & Deci 2000).

Nicht zu viel auf einmal

Simulationen zeigen viel gleichzeitig. Die Theorie der kognitiven Belastung (Sweller, Ayres & Kalyuga 2011) und die Prinzipien des multimedialen Lernens (Mayer 2021) sprechen für kleine Schritte: Stufe 1 zuerst, eine Frage pro Runde, Pause zum Besprechen. Deshalb hat jede Simulation eine Lernstufe mit wenigen Stellschrauben.

Literatur

Black, P. & Wiliam, D. (1998). Assessment and Classroom Learning. Assessment in Education: Principles, Policy & Practice, 5(1), 7–74.

BMBWF (2023). Lehrplan der Mittelschule und der AHS-Unterstufe, Geographie und wirtschaftliche Bildung. BGBl. II Nr. 1/2023.

de Jong, T. & van Joolingen, W. R. (1998). Scientific Discovery Learning with Computer Simulations of Conceptual Domains. Review of Educational Research, 68(2), 179–201.

de Jong, T., Lazonder, A. W., Chinn, C. A. et al. (2023). Let's talk evidence. The case for combining inquiry-based and direct instruction. Educational Research Review, 39, 100536.

DGfG, Deutsche Gesellschaft für Geographie (2020). Bildungsstandards im Fach Geographie für den Mittleren Schulabschluss. 10. Auflage. Bonn.

Hattie, J. (2023). Visible Learning: The Sequel. A Synthesis of Over 2,100 Meta-Analyses Relating to Achievement. Routledge.

Johnson, D. W. & Johnson, R. T. (1999). Learning Together and Alone. Cooperative, Competitive, and Individualistic Learning. 5. Auflage. Allyn & Bacon.

Kirschner, P. A., Sweller, J. & Clark, R. E. (2006). Why Minimal Guidance During Instruction Does Not Work. Educational Psychologist, 41(2), 75–86.

Kolb, D. A. (1984). Experiential Learning. Experience as the Source of Learning and Development. Prentice Hall.

Mayer, R. E. (2021). Multimedia Learning. 3. Auflage. Cambridge University Press.

Mehren, R., Rempfler, A., Buchholz, J., Hartig, J. & Ulrich-Riedhammer, E. M. (2018). System competence modelling. Theoretical foundation and empirical validation of a model involving natural, social and human-environment systems. Journal of Research in Science Teaching, 55(5), 685–711.

Rutten, N., van Joolingen, W. R. & van der Veen, J. T. (2012). The learning effects of computer simulations in science education. Computers & Education, 58(1), 136–153.

Ryan, R. M. & Deci, E. L. (2000). Self-Determination Theory and the Facilitation of Intrinsic Motivation, Social Development, and Well-Being. American Psychologist, 55(1), 68–78.

Sweller, J., Ayres, P. & Kalyuga, S. (2011). Cognitive Load Theory. Springer.

Wiliam, D. (2011). Embedded Formative Assessment. Solution Tree Press.

Weitere Quellen zur Geographiedidaktik und zur Lernforschung mit Simulationen: Literaturverzeichnis · Forschung · Didaktisches Handbuch

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Stand: September 2026. Fragen und Erfahrungen aus dem Unterricht: support@geograsim.at